Schnelles Internet – Breitbandanschluss ist Infrastruktur!

Für die Einwohner im Außenbereich von Weeze gibt es beim Breitbandanschluss immer noch ein großes Ärgernis. Die Gemeinde fühlt sich nicht für die Internetanschlüsse seiner Bürger zuständig und versteckt sich hinter der Telekom. Die Kommunalpolitik hat (noch?) kein Konzept und die Betroffenen stöhnen weiter. Ich meine, dass schnelle Internetanschlüsse zur Grundversorgung der Haushalte zählen. Wie die Versorgung mit Strom, Wasser und Kanalisation gehört ein Breitbandanschluss damit heutzutage zur Infrastruktur einer Gemeinde.

Große Bilder oder Filme herunterzuladen dauert immer sehr lange und versenden solcher Sachen in zumutbaren Zeitrahmen ist fast unmöglich, was bei einer tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit von 1,3 – 1,8 Mbits/Sekunde auch nicht verwunderlich ist.

Mit einer Download-Geschwindigkeit von angeblich bis zu 50 Mbits/Sekunde ist man im Ortskern Weeze sehr gut versorgt und natürlich ist auch der Flughafen optimal angebunden. Aber wie sieht es in den vielen Außenbereichen von Weeze aus? Wie viele Haushalte oder Firmen in Weeze haben keine gute Anbindung? Dazu zählen für Fachleute auch schon alle Anschlüsse unter 16Mbit/Sekunde. Anschlüsse, die zurzeit von der Telekom mit 2 – 16 Mbit/Sekunde zwar auf dem Papier zur Verfügung gestellt werden, aber im Echtbetrieb diese Geschwindigkeit selten oder nie schaffen, werden bald nicht mehr ausreichen. Damit gehören all diese natürlich auch jetzt schon in den Bereich der Unterversorgung.

Die Gemeindeverwaltung hat angegeben, keine Übersicht zu haben, wo welche Geschwindigkeiten innerhalb Weezes tatsächlich erreicht werden. Meinen Vorschlag, deshalb einen einfachen Fragebogen zu erstellen oder eine mündliche Befragung durchzuführen, wurde leider wegen zu hoher Kosten abgelehnt.

Das Breitbandthema ist oder wird in ganz naher Zukunft für viele von uns sehr wichtig. Ich möchte erreichen, dass die Verwaltung und die Politik in Weeze das Thema Breitbandverfügbarkeit als Teil der hiesigen Infrastruktur behandelt und sich darauf festlegt, welche minimale Internetgeschwindigkeit jedem Haushalt tatsächlich und durchgehend zur Verfügung gestellt werden soll.

Wenn die Europäischer Kommission, die Bundesregierung und einige deutsche Bundesländer und Städte diesbezüglich konkrete Zielvorgaben (50 Mbit/Sekunde und mehr!) gemacht haben und diese in der Presse und im Internet veröffentlichen, sollte sich doch sicher auch eine Verwaltung in Weeze mit dem Thema konkret auseinandersetzen und passende Antworten liefern.

Ob die Gemeinde dann dafür auch irgendwann selbst Geld für Netzausbau ausgeben muss, ist letztendlich natürlich eine Entscheidung der Politik und nicht der Verwaltung. Diesbezügliche Aussagen von CDU Europa- und Landesabgeordneten deuten darauf hin, dass die CDU dieses Thema wohl mehr als die anderen Parteien in unserem Rat beschäftigt. Insofern könnte mit dem derzeitigen Mehrheitsverhältnis im Rat auch ganz schnell eine Initiative in Weeze durchgesetzt werden.

Mich interessiert eure Meinung und vor allem möchte ich auch wissen, wo überall in Weeze eine langsame oder schlechte Breitbandversorgung existiert. Schreibt doch einfach mal einen Kommentar im Blog.

16 Kommentare

  1. Axelsays:

    Wohne auch in Wemb. Mir/Uns gehts nicht anders wie Hanz Willi. Für mich alleine würds “eigentlich” reichen. Aber meine beiden Söhne studieren. Und wenn die zuhause sind benötigen die eine entsprechende Leistung um ihre Datenvolumen in einer angemessenen Zeit zu “bewegen”. Das ist aber leider nicht immer möglich, weil wir hier auch Leistungsschwankungen haben. Ja u. ab u. an kommt es auch zu Totalabstürzen. Obwohl ich sagen muss, dass das seit einiger Zeit eher selten geworden ist. Was mich ärgert ist, dass für den “Flughafen” eine Datenautobahn gebaut wurde u. man die Ortschaften die auf dem Weg oder in direkter Nachbarschaft liegen(Hees, Wemb) nicht mit erschlossen/angeschlossen hat. Das wäre dann auch für die direkten Nachbarn des “Flughafens” mal ein “positiver” Nebeneffekt.
    Ausserdem ist es sehr wohl die Aufgabe, der von uns gewählten Volksvertreter, dafür zu sorgen, dass alle Mitbürger der Gemeinde Weeze, in einem modernen u. der Zeit angemessenem Umfeld leben können. In anderen Komunen wirds doch vorgemacht.
    Der Politiker u. die Bürger an einem Strang!
    Natürlich ist da auch Eigeninitiative gefragt. Aber nicht einfach nichts tun u. den lieben Gott
    `nen guten Mann sein lassen. Nach dem Motto, dass wird sich wohl regeln.
    Das heißt dann auch mal Stellung zu beziehen. Auch über Parteigrenzen hinaus.
    Hans Willi hat ganz recht. Wenn man sich auf politischer Seite Slogans wie “Unser Darf hat Zukunft” an die Brust heftet, gehören genau solche Dinge dazu.
    Zu den verschiedenen Problemlösungsvorschlägen nur soviel: Nicht jeder hat den technischen Sachverstand, die Zeit bzw. die finanziellen Mittel um sich so zu helfen.
    In diesem Sinne ……

  2. Franssays:

    Einige von euch sind der Meinung, das Weeze jetzt gut versorgt ist. Die Rheinische Post hat aber am 18. Juli 2014 Zahlen der Telekom für den Niederrhein veröffentlicht, die besagen, dass Weeze gar nicht so gut dasteht. Danach haben nur 21 % der Haushalte in Weeze Zugang zum schnellen Internet mit Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/Sekunde. Etwa 64 % erreichen Geschwindigkeiten von 6 – 16 Mbit/Sekunde, die restlichen 15 % der Haushalte hat eine geringere Geschwindigkeit und gilt zum Teil als unterversorgt.
    Die Nutzung des Internets vermehrt sich seit Jahren explosionsartig (Stichwort Cloud Computing). Das ist auch der Grund, warum 6 – 16 Mbit/Sekunde sehr bald auch nicht mehr als ausreichende Geschwindigkeit gelten wird. Haushalte mit mehreren Computern haben damit auch jetzt schon Probleme. Die Politik in Brüssel, im Bund, im Land und im Kreis will für alle deutschen Haushalte bis 2018 einen schnellen (50 Mbit/Sekunde) Internetanschluss erreichen. Das ist bereits in 4 Jahren und betrifft demnach also fast 80 % der Haushalte in Weeze!
    Wenn wir dies alles der Telekom überlassen, wird dieses Ziel bestimmt nicht erreicht. Deshalb müssen sich die hiesige Politik und die Verwaltung dringend eigene Ziele setzen und den Netzbetreibern entsprechende Vorgaben machen, auch wenn das in der Vergangenheit nicht üblich war. Dafür muss man aber zumindest den derzeitigen Versorgungsstand in der eigenen Gemeinde genau kennen und diese nicht bei dem Privatanbieter Telekom abfragen müssen.

  3. niersExplorersays:

    Schnelles Internet im Aussenbereich von Weeze ist eine Fiktion. Auf dem Hülmer Deich, in unmittelbaren Nachbarschaft von Weeze, herrscht auch heute noch “Null-Internet” (“Schicken Sie uns bitte kein email!” sagen die Leute dort.) Hier am westlichen Rande von Weeze ist die Internet-Verbindung einigermassen brauchbar & fällt nur relativ selten aus, dafür ist hier zum Kontrast die mobile Verbindung über den USB-Stick der Telekom vollständig unbrauchbar. Fazit: Breitband-Anschluss im ländlichen Raum wird eine politische Lüge bleiben, solange wir diese Leute nicht abwählen. Alternativen gibt es ja neuerdings.

  4. Franssays:

    @ Steffen: Thema völlig verfehlt! Es geht hier überhaupt nicht um einen einzelnen Anschluss sondern um ein Umdenken in der Politik und Verwaltung über die Wichtigkeit von Breitbandanschlüsse für die Zukunft der Bürger. Dieses wird bald genauso wichtig sein wie Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas. Die Politik und Verwaltung in Weeze sollten deshalb selbst genau wissen wie die jetzige Situation hier ist. Wenn man dann mit der Telekom redet oder verhandelt ist man bestens vorbereitet um die Interessen der Bürger optimal zu vertreten. Die Telekom wird nur ihre eigene Linie verfolgen und da muss die Politik gegensteuern. Gerade die lokale CDU sollte dies unterstutzen und sich informieren weil deren Parteikollegen im Europaparlament, im Bund, im Land und im Kreis den sehr schnellen Ausbau des Breitbandes zu allen Haushalten vehement in allen Medien fordern.

    • Steffensays:

      Das Kommunen ein Mitspracherecht haben wie Telekommunikationsanbieter ein Leitungsnetz ausbauen ist eindeutig nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, jeder Anbieter entscheidet für sich wie er Netze ausbaut (nicht umsonst hat der Bund noch so viele Aktien der Telekom, damit man wenigstens ein Mikromitspracherecht hat – aber da geht es dann erst einmal darum die komplett weißen Flecken auszubauen und nicht in bereits versorgten Gebieten minimale unterversorgte Flächen zu pushen). Aus welchem Grund sollte die Telekom das Netz in den Außenbereichen von Weeze pushen, Weeze ist versorgt, Wemb ist versorgt, die Gewerbegebiete sind versorgt und LTE als Festnetzersatz im Bereich der Datenanbindung ist auf dem Vormarsch. Hinzu kommt, die Telekom investiert und die Mitbewerber profitieren. (Kommentar wurde vom Blogmaster gekürzt!)

    • Rainer Di Meosays:

      Ich möchte gerne eine Schnellstrasse zur Autobahn von der Petersstrasse aus da ich bei Notfällen immer schnell zu Kunden nach Essen, Moers und Kleve muß. Mitten in Weeze hat man eine schlechtere Anbindung an die Autobahn als die Leute die in Kervenheim wohnen. Das ist nicht ok!
      Übrigens wer unbedingt schnelles Internet braucht: Hybrid Access, damit kann man theoretisch sogar in unterversorgten Ecken mehr als 50MBit hinkriegen. Getestet habe ich es an einem Ort der bei der Telekom über Kupferkabel gerade mal 6 Mbit erreicht. Firmen die sich über langsames Internet aufregen sollten aufhören zu jammern und ihre IT Techniker oder den Standort wechseln.

      • Franssays:

        Du hast wohl nicht verstanden warum es in den Beitrag geht. Es hat nichts mit einzelnen Internetanschlüsse oder Schicksale zu tun, sondern wie die Politik und Verwaltung damit umgehen. Die Kommentare im Blog zu dem Beitrag sind diesbezüglich eindeutig.

        • Rainer Di Meosays:

          Na klar hab ich das verstanden, die Absurdität des Wunsches habe ich an einem Einzelbeispiel verdeutlicht. Die komplette Infrastruktur einer Grossstadt für eine handvoll Häuschen zur Verfügung zu stellen ist ne teure Sache und die Lösung die ich vorschlug ne günstigere Alternative. Wer nicht in einer Grossstadt leben will muss sich halt mit den Gegebenheiten auf des Ländlichen abfinden. Internet ist da, steht in meinem Post: Hybrid Access! Wieso also sollte man jetzt Milliarden in die Infrastruktur am Niederrhein pumpen. Wenn die dann da ist ist sie auch direkt wieder veraltet. Vor 15 Jahren hatte hier in ganz Weeze kaum einer ISDN. Dauert halt alles was länger.

        • Steffensays:

          Herr de Ridder, dem Beispiel von Herrn Di Meo ist doch wohl nichts hinzuzufügen. Ich hatte mehrfach auf Hybrid Access, RiFu, DSLviaSat sowie auf ausstehende Ausbauoffensiven der TK-Anbieter (100% VoIP) hingewiesen. Interessant ist ja auch, dass Sie nicht einfach die Fraktionen im Rat nach der jeweiligen Meinung befragen, oder haben Sie das schon gemacht?

          • Franssays:

            Die Anbindung an abgelegene Orte mit Hybrid Access, Richtfunk oder DSLviaSAT können natürlich geeignete Maßnahmen sein. Die Lage dieser Orte sollte dann aber bitte nicht von der Telekom festgelegt werden und auch nicht von einigen Firmen, die wegen der in dem Bereich bestehenden Unterversorgung gute Geschäfte machen. Ich wünsche mir dass die Politik und die Verwaltung in Weeze im Bereich Breitbandversorgung die Initiative übernehmen und sich nicht durch eine privatisierten Telekom sagen lassen soll, wie sich die Dinge zu entwickeln haben. Die Telekom investiert leider nur noch dort, wo die Rendite stimmt.

            Kommunizieren mit Ratsfraktionen ist immer sinnvoll und hilft zur Meinungsfindung. Deshalb tue ich das seit einiger Zeit und haben die Fraktionen auch schon mehrfach Kopien meiner Korrespondenz mit der Verwaltung erhalten. Leider kommt von dort aber keinen Respons. Einzelne Ratsmitglieder haben leider auch Hemmungen sich zu einzelnen Sachthemen zu äußern, weil sie befürchten dass ihre Meinung dann von den Bürgern als Parteimeinung ausgelegt wird.

  5. Steffensays:

    der Netzbetreiber und nicht die Kommune ist der erste Ansprechpartner. Wenn man der Meinung ist einen schnelleren Zugang haben zu müssen sollte man nach Alternativen greifen. DSLviaSat ist auch auf der Hegenerstr verfügbar, RiFu ist ebenfalls eine Alternative oder suchen sie dich doch einen privaten Netzanbieter der über Funk oder Kabel das Internet zu ihnen bringt. noch eine Alternative gefällig??? Hybrid Access! !!!

  6. Hans Willisays:

    Auf der Feldstrasse in Wemb sind 16 Mbit/Sekunde verfügbar. 14-15 gemessen! Die Verbindung zur “Aussenwelt” wird auch sonst für uns immer wichtiger. Keinen Arzt, keine Apotheke, keine Bank, keine Busverbindung und jetzt auch kein Geschäft mehr. Ganz nach dem Motto: Unser Dorf hat Zukunft.

    • ungenanntsays:

      Alles was außerhalb der Ortsschilder liegt wird wohl unter 16mbit liegen. Wir auf der Knappheide haben nur so gerade eben DSL mit 1-2 mbit. Funk ist leider keine Alternative da dort neben der Volumenbeschränkung auch noch technische Probleme die Erreichbarkeit von außen einschränken. Internet per Satellit dafür vorzuschlagen ist gar eine Frechheit, das war noch nie eine echte Alternative. Ich bin beruflich auf einen guten Zugang angewiesen und werde mir sicher irgend wann überlegen müssen wie es weitergeht. Umzug?
      Die Politik hat die Post privatisiert, nun sollte sie manchmal auch an nötigen Stellen korrigieren und uns nicht im Regen stehen lassen.
      Mit Politik habe ich im übrigen nichts zu tun!

      • Steffensays:

        Wenn ich hier einen Tipp geben darf. In Goch ist ein Unternehmen ansässig welches RiFu Anbindungen auch für Privatnutzer anbietet. Ich persönlich nutze für verschiedene Anlässe eine DSLviaSAT Verbindung (nicht die des Marktführers) und auf der Knappheide sollte eine Verbindung über LTE möglich sein (Autobahnversorger) hier bin ich mir aber nicht 100% sicher wie weit die Netzbetreiber mit dem Ausbau sind

        • Axelsays:

          Hallo Steffen.
          Ich habe da mal eine Frage an den Fachmann.
          Was kosten die einzelnen von dir vorgeschlagenen “Maßnahmen/Problemlösungen”?
          Konnte zwar zu den technischen Dingen etwas finden aber leider keine Preise.
          Hoffe du kannst mir da weiterhelfen.
          Vielen Dank schon Mal
          Axel

          • Steffensays:

            Hybrid Access basiert auf dem Festnetz und dem Mobilanschluss, also müssen die beiden zu ihrem jeweiligen Preisen vorhanden sein. Der Router dürfte im normalen Bereich liegen. Vectoring kostet nicht extra muss nur angeboten werden. RiFu liegt am Anbieter, wenb man einen netten Nachbarn mit gutem Anschluss hat und etwas technisches Geschick besitzt ist es kostenlos (bevor Fragen kommen UND legal) zu haben. DSLviaSat ist ebenfalls Anbieterabhängig

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