Schnelles Internet – Erklärungsversuch

Die nachstehende Informationen über Internetgeschwindigkeiten habe ich aus mehreren Quellen im Netz zusammengestellt. Es ist einen Versuch die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten darzustellen und ist natürlich nicht gedacht für Internetfreaks, Fernmeldetechniker und sonstigen Spezialisten. Die Quellen sind am Ende des Artikels aufgeführt.

Die wachsende Nutzung von immer mehr datenhungrigen Anwendungen übers Internet macht höhere Geschwindigkeiten nötig. Die Internet-Anbieter bauen Ihre Netze stetig weiter aus, so dass jenseits der herkömmlichen DSL-Geschwindigkeiten noch viel mehr Speed drin ist. Einige Kabel-Internet-Anbieter etwa bieten schon Anschlüsse mit über 100 Mbit/s an das entspricht der 50-fachen Geschwindigkeit eines herkömmlichen DSL 2000 Anschlusses!

Die Wahl der richtigen Internetgeschwindigkeit hängt von den einzelnen Surfgewohnheiten und Ansprüchen ab. Zwei Eigenschaften bestimmen im Wesentlichen die Leistungsfähigkeit eines Internetanschlusses:

A – Bandbreite:
Das heißt, die maximal mögliche Geschwindigkeit beim Datenaustausch bzw. die Höhe der möglichen Down- und Uploadrate. Für mehr Bandbreite, d.h. für eine hohe DSL-Geschwindigkeit, zahlt man auch einen höheren Tarif. DSL ist inzwischen das Maß der Dinge, was das Surfen im Internet betrifft.

B – Reaktionsgeschwindigkeit:
Unabhängig von der Geschwindigkeit ist auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Internetanschlusses („Ping“) wichtig. Diese beschreibt die nötige Zeit, die eine Verbindung von Ihrem heimischen Internetanschluss zum Zielserver benötigt. Oder praktisch ausgedrückt: Die Zeit, die vergeht, bis ein angeforderter Seitenabruf die Zieladresse erreicht und der Aufbau der jeweiligen Internetseite beginnt.

Eine sehr wichtige Rolle spielt auch die Anzahl der Personen, die über den Internetanschluss das Internet nutzen. Je mehr Personen einen Internetanschluss nutzen, desto mehr Bandbreite sollte eingeplant werden. Vor allem bei Familien, Mehrpersonenhaushalten oder kleine Wohngemeinschaften kann sonst die individuell nutzbare Internetgeschwindigkeit viel geringer ausfallen. Ein 16 Mbit/s Anschluss sollte hier deswegen mindestens vorhanden sein.

Je nach Anwendung und Begebenheit eignen sich unterschiedliche Geschwindigkeiten besonders:
- Für die klassische Internetnutzung, das heißt zum Surfen, ab und zu Videos schauen, Email schreiben oder auch zum Online Banking reicht in der Regel ein normaler DSL Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 16 Mbit/s aus.
- Wer hochauflösende Videos schaut und ab und zu größere Dateien über das Internet austauscht, sollte einen Internetanschluss mit 16 Mbit/s wählen.
- Online-Spieler sollten vor allem auf eine geringe Reaktionsgeschwindigkeit („Ping“) des Internetanschlusses achten. In der Regel reichen aber auch hier 16 Mbit/s Anschlüsse vollkommen aus.
- Möchte man sein normales Fernsehprogramm über das Internet empfangen (IPTV), sollte ein Internetanschluss mit 50 Mbit/s gewählt werden. Nur so ist eine störungsfreie Übertragung von HD Programmen und gleichzeitiger Internetnutzung gewährleistet.
- Wer das Internet für die Übertragung großer Datenmengen bzw. oft große Downloads nutzt, sollte mindestens einen 50 Mbit/s Internetanschluss wählen.

Standard-DSL-Geschwindigkeiten:
1. DSL 1000 (1Mb/s): DSL-Geschwindigkeit für Standard-Internetanwendungen. Sie genügt für sehr einfaches Surfen und Mailen.
2. DSL 2000 (2Mb/s): Diese Geschwindigkeit reicht aus, um im Web zu stöbern, Nachrichten zu lesen, E-Mails abzurufen, zu chatten, zu bloggen, Internetradio zu hören, Überweisungen mittels Online-Banking abzuwickeln und online zu shoppen.
3. DSL 6000 (6Mb/s): Highspeed-Internetzugang, mit dem schnelles Surfen und Mailen sowie Downloads gut möglich sind.
4. DSL 16000 (16Mb/s): Schnellster DSL-Zugang für uneingeschränktes Surfen, Mailen, umfangreiche Downloads, multimediale Anwendungen, Online-Spiele, DSL-Telefonie, Internet TV und Livestreams via Internet.
5. VDSL (50Mb/s): DSL-Technik, die noch höhere Datenübertragungsraten liefert als herkömmliche DSL-Techniken. Es ist möglich, über nur eine Leitung zu telefonieren, zu surfen und zu fernsehen (Triple Play). Multimediale Internetnutzung, DSL Telefonie, Fernsehen, Livestream, Online-Spiele und umfangreiche Downloads von großen (Video-) Dateien sind mit VDSL kein Problem mehr.

Fast jeder Anbieter lockt mittlerweile mit DSL-Geschwindigkeiten von bis zu 16 MBit/s (DSL 16000). Zwischen den Prospektangeboten der Internetprovider und der Wirklichkeit klaffen teils große Lücken. Nicht selten kommt es vor, dass ein Kunde z.B. DSL 16000 bestellt und sich dann wundert, dass nur z.B. 10000 Kbit/s als tatsächliche Leistung im Durchschnitt ankommen.

Die Ursache ist technischer Natur. Es gibt zahlreiche Faktoren, die Einfluss darauf haben, mit wie viel Geschwindigkeit der Kunde letztendlich rechnen kann. Da wären die Leitungslänge zum nächsten DSL Vermittlungsstelle zu nennen, deren Qualität, störende Umweltfaktoren, die verwendeten Hardware (DSL-Modem oder Router) und vieles mehr. Theoretisch müsste also der DSL-Anbieter für jeden Kunden eine Messung durchführen um eine definitive Aussage treffen zu können. Da dies recht aufwändig ist, behelfen sich die Anbieter oft mit dem Passus „bis zu …“.

Dieses kleine “bis zu” hat es aber schon in sich. Garantiert ist die Geschwindigkeit von 16 MBit/s dadurch nämlich nicht, sondern lediglich, dass die maximal mögliche Geschwindigkeit erreicht wird – diese kann aber auch beispielsweise bei 6 MBit/s liegen.

Hohe Bandbreiten wie mit VDSL werden immer wichtiger:
Bei VDSL handelt es sich – genauso wie bei der bekannten DSL-Technik ADSL – um eine DSL-Technologie. Diese besticht nicht nur durch üppige Downloadraten, auch der Upload ist sehr leistungsfähig. VDSL revolutioniert den bisherigen Internetzugang regelrecht: Bringt es ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) im Download auf maximal 16 Mbit/s, so erreicht man mit einem VDSL-Anschluss (Very High Speed Digital Subscriber Line) bis zu 50 Mbit/s. Allerdings: Im Gegensatz zur 1999 eingeführten ADSL-Technologie benötigt VDSL eine moderne Infrastruktur. Zwar ist es auch mit VDSL möglich, für einen Teil des Netzes die alten Telefonleitungen aus Kupfer zu nutzen, doch für das gesamte Netz zwischen Vermittlungsstelle und Kundenanschluss ist dies nicht mehr uneingeschränkt möglich.

Damit die hohen Datenraten, die VDSL ermöglicht, erreicht werden können, ist es notwendig, schon in der Nähe des Kunden die Datensignale per Glasfasernetz zu transportieren. Dies verursacht bei den Anbietern der VDSL-Technologie große Kosten für die Infrastruktur, weshalb die VDSL-Verfügbarkeit auch noch stark eingeschränkt ist.

Ungeachtet dessen eignet sich VDSL gut für datenhungrige User und alle, die nicht lange auf große Downloads warten wollen. Wer VDSL bucht, setzt auf Unterhaltung über Internet. Dann will man nicht mehr nur komplexe und früher kaum denkbare Anwendungen im Internet ausreizen, sondern auch Multimedia-Inhalte im ganzen Haus abrufen – etwa Video on Demand, Musikfernsehen im Wohnzimmer oder Internetradio. Das Internet ermöglicht dann ein personalisierbares Unterhaltungsprogramm, sofern die Bandbreite stimmt – und ganz ohne Zweifel werden schnelle Breitband-Angebote immer wichtiger.

Noch schneller surft man mit Glasfaser – wird das Glasfaser-Kabel bis in die Wohnung verlegt (man spricht von “Fiber to the home” oder kurz FTTH) sind theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s möglich. Doch während vor allem in Ballungsgebieten immer höhere DSL-Geschwindigkeiten möglich sind, haben Bewohner ländlicher Regionen oft das Nachsehen. Hier soll der neue Mobilfunkstandard LTE Abhilfe schaffen und als DSL-Ersatz dienen, denn mit LTE können ebenfalls Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erreicht werden.

LTE – Highspeed-Internet auf VDSL Niveau per Funk
Stationäre Internetanschlüsse, z.B. über DSL, VDSL oder Kabel, waren bisher stets deutlich schneller als Internetlösungen über Mobilfunk. Seitdem mit LTE die 4. Generation mobiler Datennetze auch in Deutschland ausgebaut wird (seit 2011), hat diese Feststellung jedoch ihre Gültigkeit verloren. Die LTE-Technik verspricht Datenübertragungsraten auf dem Niveau schneller Kabel oder VDSL-Zugänge und darüber hinaus. Egal ob zuhause oder unterwegs am Smartphone.

Überall dort, wo der Ausbau schneller Datennetze noch nicht erfolgte, etwa im ländlichen Raum, bietet LTE eine hervorragende DSL-Ersatz-Lösung per Funk.

Die drei Buchstaben stehen abkürzend für „Long Term Evolution“ und der LTE-Standard repräsentiert die 4. Mobilfunkgeneration. Von Beginn an wurde die LTE-Mobilfunktechnik primär zur Schließung von Breitbandlücken auf dem Land eingesetzt. Über spezielle „Zuhause-Tarife“, vermarkten die Telekomanbieter recht preiswerte DSL-Ersatzlösungen mit Datenraten von bis zu 50 oder sogar 100 Mbit/s. Auch ohne DSL-Verfügbarkeit vor Ort, sind per LTE also zeitgemäße Internetzugänge erhältlich. Und die Abdeckung von LTE? Prinzipiell gelten die Breitbandlücken, in sämtlichen Bundesländern, schon seit Ende 2012, zu 90 Prozent als getilgt. Von einer komplett flächendeckenden Verfügbarkeit, ist man jedoch noch weit entfernt.

Die Preise für LTE unterscheiden sich teils sehr stark voneinander. Vorrangig spielt der Einsatzzweck (Zuhause, Smartphone oder Stick) eine entscheidende Rolle und natürlich die gewünschte Geschwindigkeit, Inklusiv-Volumen und Zusatzfunktionen.


Weeze: 22. November 2014
Quellen: billiger-telefonieren.de, Der Spiegel, sparen.de, dsl-tarifjungle.de, toptarif.de

2 Kommentare

  1. Axel Webersays:

    Hallo Frans,
    Hallo Ansgar,
    endlich mal ein Beitrag aus dem man schlau wird. Damit ist mir wirklich geholfen. Leicht verständlich u. umfassend. Und nicht so ein Experten-Quatsch wie wir das hier schon mal hatten.
    Denoch haben wir in Weeze und Umgebung weiterhin das Problem, dass nicht alle Menschen/Leute die es benötigten, den richtigen Zuganag haben/bekommen. Und ich finde da muss die Politik mit ihren Möglichkeiten tätig werden. Man muss sich das ja nur mal in den Nachbargemeinden anschauen. Natürlich ist da nicht nur die Politik gefragt sondern auch der einzelne Bürger. Und mit euren Beiträgen und den damit verbundenen Infos kann man sich ja schon mal informieren was so möglich ist.
    In diesem Sinne ……
    Axel Weber

  2. Ansgar Thüssays:

    Hallo Frans, der Artikel ist nicht schlecht recherchiert drei Sachen fehlen aber noch um ihn vollständig zu machen.

    VDSL gibt es in zwei Stufen 25 und 50. Beim LTE gibt es keine Flatrate Tarife weder im privat noch im geschäftlichen Einsatz, somit ist man immer auf einer Gratwanderung, da der Anschluss nach erreichen des Datenvolumens zumeist drastisch gedrosselt wird. Hier mal ein Rechenbeispiel bei 25 GB/Monat Volumen. Die reichen reichen z.B. für: 5000 Mp3 Songs herunterladen; 2500 Youtube Clips ansehen; 5 HD Filme streamen; 400 h Internet Radio hören.

    Und die dritte Sache zur Anbindung auf dem Land ist Internet via Satellit. Die Preise sind mittlerweile vollkommen mit einem DSL oder LTE Anschluss zu vergleichen. Wen es also nicht ums Spielen im Netz, sondern um den reinen Datenempfang und das Senden geht, wie auch das arbeiten im Web und mit dem Web, kommt auch mit einem Ping bzw. einer Latenzzeit von 700 klar. (Standard Ping/Latenzzeit bei einem DSL Anschluss ca. 200)

    In eigener Sache, alle Anschlüsse sind beim freundlichen Fachbetrieb um die Ecke zu bekommen. :)
    Grüße Ansgar, Suberio e.K.

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